“Arbeiten” im OLZ – Die Spickzettel-Produktion

Eigentlich sollten die Pausen zwischen zwei Schulstunden zum Relaxen,  zum Durchatmen an der frischen Luft,  zum Essen und  zum Trinken, für Smalltalk, zum Chillen im Allgemeinen,  genutzt werden – doch einige Schülerinnen und Schüler entwickeln zu dieser Zeit ungeahnte Aktivitäten:  Die  Produktion von SPICKZETTEL.

aus Wikipedia "Spickzettel"

Erst werden einige “Merkworte”  zusammengefasst, dann werden diese auf dem PC mittels Schriftgröße verkleinert,  bis man noch erahnen kann, was darauf steht (Schüler müssen echt gute Augen haben…),  handschriftliche “Spicker” werden gescannt und verkleinert. Besonders schön müssen die “Hilfsmittel” nicht sein, denn die Zeit läuft – die drohende Stunde nahmt, die Klassenarbeit erwarten einen. Wenn die Zeit besonders drängt, schreibt ein Schüler den “Spicker”, verkleinert, kopiert und verteilt ihn dann an die anderen – leider unwissenden – Mitschüler. Selten haben solche Mehrfachkopien Erfolg.

Der kreative Schritt der Spickzettel-Produktion ist dann der Zuschnitt, das Kleben und das Anheften an den Kleidungsstücken bzw. das Verstecken des Spickers.  Da werden die Zettel speziell geknickt,  in  Hosen- oder Hemdentaschen verstaut, mit Tesa in die Bluse oder ins T-Shirt geklebt, mit einem Tacker am Ärmelbund der Jacke festgemacht, in die “Designer-Jeanshose mit Löchern” an die Löcher  angepasst, so dass es nicht auffällt, ans Uhrarmband geklebt …  der Kreativität ist keine Grenze gesetzt. Ein besonderes Highlight unter den Spickzetteln war: ein “Mikro-Spicker” auf dem  Ziffernblatt einer Herrenarmbanduhr.  Das OLZ hält Schere, Kleber und Tacker  für diese Bastelarbeiten bereit, auch wenn sie meist nutzlos sind.

Diesen “Pausen-Arbeitseinsatz” sollte man wirklich loben, gerade bei der eigenen Produktion eines Spickers bleibt viel hängen, so dass der Spicker dann tatsächlich zum “Merkzettel” wird und  damit sein eigentliches  Ziel – das Lernen – erreicht; er wird dann auch  nicht mehr während der Klassenarbeit benutzt, dient nur noch als Beruhigung –  “Sich-sicher-fühlen”  – und man kann die Klausur  ohne den“Hoffentlich-werde-ich-nicht-erwischt-Stress” absolvieren…  leider werden viele beim Pfuschen mit den Spickern erwischt,  denn die Lehrer kennen sich natürlich auch mit “Spickattacken” während der Arbeit aus.  Eine stattliche Anzahl von Spickzettel wurden bereits einkassiert und hängen im Lehrerzimmer aus. Vielleicht sollte man mal einen “Spickzettel-Bastelwettbewerb” ins Leben rufen? Hier findet man noch weitere gute Tipps zur Erstellung von Spickern.

Zu guter Letzt: Ein Spickzettel muss richtige Angaben haben, also fehlerlos und deutlich, und vor allen Dingen handschriftlich geschrieben sein. So ein Merkhilfsmittel macht Arbeit – “Nebeneffekt: man lernt!” – und wenn diese am Vorabend einer Klassenarbeit gemacht würde, dann könnte man sich den Pausenstress mit der Produktion von Spickern ersparen, man könnte sich noch mal entspannen, die Pause genießen und dann  ruhig in die Klassenarbeit gehen. So wird aus dem “Spickzettel” der  “Merkzettel” und dann der “Beruhigungszettel”.

 

 

2 Kommentare

  1. Nesco sagt:

    Spickzettel erfreuten sich auch an einer hohen Aufmerksamkeit in meiner Schullaufbahn. Das schreiben von Spickzetteln ist wirklich nicht zu unterschätzen, will man nicht vom Lehrer erwischt werden. Meine Lieblingsmethode war es, den grafikfähigen Taschenrechner zum spicken zu benützen.
    Man konnte in diesen entweder einen kompletten Spickzettel einprogrammieren oder man hat sich verschiedene kleine Programme geschrieben, die einem unnötiges und lästiges Rechnen und denken abnahmen und man damit sogar sehr viel Zeit sparen konnte :)
    Nach einwenig Rechersche habe ich entdeckt, dass es auf http://www.spickzettel-spicken.de eine extra Seite für das Programmieren von Spickzettel für den GTR gibt. Kann ich euch nur empfehlen
    LG

    • Glasmacher sagt:

      Vielen Dank für die Info. Die Seite “spickzettel-spicken.de” ist wirklich sehr interessant und hilfreich.

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